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„Euthanasie“-Verbrechen - Die Rolle von Innenministerium, Polizei und Verwaltung

11.12.2015

(red/fb) Der Beginn der sogenannten Euthanasiemorde hat sich am 18. Januar 2015 zum 75. Mal gejährt. Aus diesem Anlass hielt am 9. Dezember 2015 im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Innenministerium Baden-Württembergs Thomas Stöcke einen Vortrag zu Thema „Euthanasie“-Verbrechen, Rolle von Innenministerium, Polizei und Verwaltung“ an der Hochschule Kehl. Gezeigt wird ferner die Dokumentation "Wo bringt ihr uns hin?"

„Stop and think: halt an und denk nach“ – riet Ministerialdirektor Dr. Herbert O. Zinell, Innenministerium Baden-Württemberg, in seinem Grußwort den Verwaltungsstudierenden für ihre berufliche Zukunft. Die systematische und planmäßige Ermordung von Menschen mit Behinderung in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland wurde nämlich von dem damaligen württembergischen Innenministerium mitgeplant und durchgeführt. Professor Paul Witt, Rektor der Hochschule Kehl, konkretisierte diese Aussage noch: „Polizisten, Verwaltungsmitarbeiter in Ministerien, Menschen aus unserem Berufsstand (…) waren nicht unbeteiligt an dem, was passiert ist“
Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafeneck ging in seinem Vortrag den geschichtlichen Hintergründen, der Organisation und Funktionsweise, Tätern und Opfern der "Euthanasie"-morde in Baden und Württemberg nach. Er erklärte die Rolle der Polizeibeamten und Verwaltungsangestellten, die die Ermordungen durchführten und mit der Geheimhaltung des Verbrechens und der Fälschung von Dokumente beauftragt waren. Die Heil- und Pflegeanstalt in Grafeneck wurde vom Reichsinnenministerium in Baden-Württemberg als erste von den insgesamt sechs Vernichtungsanstalten im Deutschen Reich ausgewählt. Hier wurden über 10.600 Morde von etwa 100 Tätern durchgeführt. Die meisten Opfer stammten aus vierzig Anstalten in Baden, Württemberg und Hohenzollern.

Auch aus der Anstalt Kork wurden behinderte Menschen deportiert und schließlich ermordet. Im Anschluss an den Vortrag wurde die Dokumentation „Wo bringt ihr uns hin?“ an der Hochschule Kehl eröffnet. Frank Stefan, Leiter der Diakonie Kork sowie Klaus Freudenberger, Leiter Öffentlichkeitsarbeit stellten die Dokumente, wie beispielweise die sogenannten „Trostbriefe“, die Perfidität dieser bürokratischen Mordmaschinerie, die zu einem Vorläufer des Holocausts werden sollte, vor. Die Ausstellung steht bis 23. Dezember 2015 in der Hochschule.
Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte die Musikschule Kehl/Offenburg mit Violinistin Suzanne Da Costa-Kunz und Tatyana Schlegel am Klavier.

Frank Stefan, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Kork,  stellt die Dokumentation „Wo bringt ihr uns hin?“ vor. (Foto: Hochschule Kehl)
 

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