Pflegedienstleitungen zum fachlichen Austausch im Epilepsiezentrum Kork

24.05.2016

Erfahrungsaustausch und Lösungsansätze für aktuelle Fragen der Krankenpflege in Epilepsiezentren standen im Mittelpunkt des Treffens von deren Pflegedirektoren aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Dänemark.

Pflegedirektorinnen aus dem In- und Ausland trafen sich im Epilepsiezentrum Kork zu einem Erfahrungsaustausch
Pflegedirektorinnen aus dem In- und Ausland trafen sich im Epilepsiezentrum Kork zu einem Erfahrungsaustausch

Thematisiert wurden Maßnahmen des Personalmanagements in den verschiedenen Fachkliniken in Zeiten eines Mangels an Fachkräften. Wie sich „Arbeit gesund gestalten“ lässt, war Inhalt eines Beitrags über einen Workshop mit Pflegepersonal im Epilepsiezentrum Kork.
Gute Erfahrungen machten alle Zentren mit der Schulung von Patienten und Mitarbeitenden auf dem Gebiet der Deeskalation. Weiteres Themenfeld waren die höheren Anforderungen an Pflegekräfte durch die Einbeziehung in neue Therapieformen, wie Plasmapherese oder ketogene Diät. Auf besonderes Interesse der deutschen Teilnehmer stießen die Einblicke der Pflegedirektorinnen aus Dänemark über ein standardisiertes Vorgehen bei der Patientenaufnahme, unter anderem mit einem patientenzentrierten telefonischen Interview vor der Behandlung im Krankenhaus. Alle deutschen Epilepsiezentren befassen sich derzeit mit der Entwicklung eines Instrumentariums, um für das System der Fallpauschalen in der Krankenhausfinanzierung komplexe, pflegerelevante Arbeitsschwerpunkte erfassen und dokumentieren zu können. Besuche auf Stationen des Epilepsiezentrums Kork ergänzten den kollegialen Austausch und gaben Impulse für die eigene Pflegepraxis, Ausstattung von Patientenzimmern, Untersuchungs- und Therapieräumen. Intensiv diskutierten die Teilnehmer aktuelle Ansätze für eine moderne Dienstplangestaltung, die sich an den Mitarbeitenden und an arbeitsmedizinischen Grundlagen in Berufen des Gesundheitswesens orientiert. Die Pflegedirektionen befassten sich schließlich mit den Abläufen für die Bearbeitung der Wäsche. Hierfür betreibt die Diakonie Kork zusammen mit einem gewerblichen Partner die Integrationsfirma „Textil-Service Kork“. Allein für die Epilepsiekliniken werden hier jährlich etwa 130.000 Kilogramm Wäsche durch die Mitarbeitenden bearbeitet. Etwa die Hälfte von ihnen sind Menschen mit Behinderungen, die durch die Integrationsfirma einen Arbeitsplatz am ersten Arbeitsmarkt haben.
Am Rande des Treffens besuchten die Pflegedirektionen das sanierte Therapiebad in der diakonischen Einrichtung und das Epilepsiemuseum in Kork. Als profunder Kenner des Umgangs mit Epilepsiekranken in der Geschichte und in verschiedenen Kulturen führte Hansjörg Schneble an Hand verschiedener Exponate in die Thematik ein. Dabei gab der frühere Chefarzt der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche auch interessante Einblicke in Behandlungsformen in früheren Zeiten, um Menschen von ihren epileptischen Anfällen zu befreien.

Bei einem Besuch der Séguin-Klinik informierten sich die Pflegedirektorinnen über Hilfsmittel, die das Arbeiten in der Pflege erleichtern, hier eine Hubbadewanne
Bei einem Besuch der Séguin-Klinik informierten sich die Pflegedirektorinnen über Hilfsmittel, die das Arbeiten in der Pflege erleichtern, hier eine Hubbadewanne
 

Projekte

Mailand-San Remo
für Kinder mit Epilepsie

Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

mitMenschPreis

Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

 © Diakonie Kork