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Großklaus liest aus Luthers Sermon zum Sterben

12.04.2017

Im Begleitprogramm zur Ausstellung "Was bleibt." las Pfarrer Norbert Großklaus Auszüge aus dem Sterbebüchlein Luthers von 1519.

Lesung von Luthers „Sermon von der Bereitung zum Sterben“ mit Herrn Großklaus und Herrn Hertrich (mit Saxophon)

(fb) „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen. Mitten im Tod sind wir vom Leben umfangen“, so Pfarrer Norbert Großklaus (Offenburg) zur Einstellung des Reformators Martin Luther gegenüber dem Sterben. Seine Lesung von Luthers „Sermon von der Bereitung zum Sterben“ war Teil des Programms zur Ausstellung „Was bleibt.“. Sie ist noch bis 7. Mai 2017 täglich von 10 – 18 Uhr in der Alten Landschreiberei an der Herrenstraße in Kork geöffnet.
In einer kurzen Einführung in das Denken Martin Luthers und in seine Zeit machte Großklaus darauf aufmerksam, dass sich angesichts der Präsenz des Todes im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit mit „Sterbebüchlein“ eine eigene Literaturgattung entwickelt hatte. Die „Kunst des Sterbens“ (Ars moriendi) und die Vorbereitung auf das Sterben standen damals im Spannungsverhältnis von Gottvertrauen und Angst vor dem Sterben sowie von persönlicher Heilsgewissheit und Sündenbewusstsein.
Der Reformator wurde aus seinem Umfeld wiederholt gedrängt ebenfalls ein Sterbebüchlein zu schreiben. Mitten in den auch für ihn persönlich lebensbedrohlichen Turbulenzen der frühen Reformationszeit gab er 1519 dem Drängen nach und verfasste innerhalb eines Tages den Sermon. Es handelt sich um eine 20 Punkte umfassende Abhandlung, anhand derer sich Menschen schon zu Lebzeiten mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzen sollten. Luther ging in seinem Denken von der Präsenz des leibhaftigen Teufels aus, der den Menschen in der Todesstunde in große Ängste treibe. Der Sermon unterstreicht angesichts des geängstigten Gewissens jedoch tröstlich die heilsame Wirkung der Rechtfertigung durch Jesus Christus allein aus Gnade.
In der Rezitation Großklaus‘ wurde deutlich, wie lebenspraktisch Luther die Vorbereitung zum Sterben angeht. Gleich im ersten Artikel empfiehlt er seine „weltlichen Dinge“, seinen materiellen Nachlass zu regeln, damit es unter den Erben keinen Streit gibt. Im Zweiten legt er nahe, sich zu versöhnen und die zwischenmenschlichen Beziehungen in Ordnung zu bringen. Erst nach diesem Abschied vom Irdischen empfiehlt er, sich auf Gott und auf das ihm nahe sein auszurichten. Wesentliche Elemente hierbei seien Reue, Beichte und der Glaube auf die tröstliche, heilsame Wirkung der Sakramente. Die Bilder des Todes, der Hölle und der ewigen Verdammnis solle man nicht an sich heran und wirksam werden lassen. Tod, Sünde und Hölle entwickelten ihre Kraft und Stärke, weil man sich nicht schon zu Lebzeiten sondern erst auf dem Sterbebett mit ihnen befasse. Luthers reformatorische Kerngedanken kommen hier zum Tragen: Die alleinige Vermittlung des Heils durch Christus (solus Christus), allein aus Gnade (sola gratia) und allein aus Glaube (sola fide). Den Sakramenten schreibt Luther für das Heilsgeschehen eine vermittelnde und den Glauben stärkende Funktion zu.
Im Nachgespräch mit den Zuhörern unterstrich Großklaus wie stark Luthers reformatorische Erkenntnisse bereits in dieser Schrift zum Tragen kommen. Ein roter Faden durch die ganze Schrift sei das „Loslassen-Können“ sowohl in Bezug auf die materiellen Dinge als auch auf seelisch Belastendes. Es gelang Großklaus, den interessierten Zuhörern Luthers Botschaft und tröstliche Ermutigung zu vermitteln: „Auch im Sterben bist du nicht allein!“. Mit frei improvisierten Stücken und Kirchenliedern umrahmte der Saxophonist Peter Erdrich (Oberkirch) die Lesung.
Die nächste Veranstaltung im Begleitprogramm ist am 27. April 2017 um 19 Uhr. Helmut Ellensohn, Leiter des Hospizvereins Offenburg referiert zu der Frage „Was will ich bedenken im Hinblick auf mein Sterben – und was bleibt offen?“.
Thomas Strauß (Piano) und Ilona Braunstein (Gesang) werden sich am 30. April 2017 ab 18 Uhr mit einem Konzert in der Kreuzkirche musikalisch mit heiteren und besinnlichen Stücken der Thematik widmen. Die Veranstaltungsreihe schließt mit dem Vortrag „Wie vererbe ich richtig?“ am 2. Mai 2017. Ab 17.30 Uhr gibt Rechtsanwältin Ulrike Schenk (Kehl) im Adolf-Meerwein-Saal Hinweise zum Erbrecht, zur Gestaltung des eigenen Testaments und zu Vorsorgevollmachten.
Kontakt: Annette Stahl, Leiterin Spenden
Telefon (07851) 84-1542
oder E-Mail astahl@diakonie-kork.de

 

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