de

Paul-Gerhardt-Werk und Diakonie Kork streben Zusammenarbeit an

21.04.2017

Das Paul-Gerhardt-Werk in Offenburg und die Diakonie Kork wollen künftig enger zusammenarbeiten, da es in der Altenhilfe und in der Behindertenhilfe in naher Zukunft rechtliche Veränderungen mit weitreichenden Konsequenzen für die Anbieter von Leistungen geben wird.

Die sozialrechtlich bisher getrennten Hilfefelder für alte Menschen und für Menschen mit Behinderungen werden sich künftig überlappen und weiter zusammenwachsen. So werden nach dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) spätestens 2020 die Leistungen nicht mehr als eine Gesamtleistung bewilligt und von Trägern wie der Diakonie Kork erbracht. Stattdessen erfolgt eine Trennung der existenzsichernden Leistungen (Unterkunft / Heizung / Lebensunterhalt) von den Teilhabeleistungen. Darüber hinaus bietet das Gesetz den finanzierenden Sozialbehörden die Möglichkeit, Menschen unter gewissen Umständen aus der Eingliederungshilfe heraus auf die Pflege zu verweisen. Es ist davon auszugehen, dass etliche Menschen, die heute Assistenzleistungen im Rahmen der Behindertenhilfe erhalten, künftig stärker auf Leistungen der Pflege verwiesen werden. Aktuell hat die Diakonie Kork in der Behindertenhilfe 355 Plätze in stationären Wohnangeboten in Kork, Kehl, Goldscheuer und Willstätt. Ferner gehören Epilepsiekliniken, Werkstätten für behinderte Menschen, Schulen und Offene Hilfen zur Einrichtung.
Das Paul-Gerhardt-Werk hat in Offenburg drei Pflegeheime (293 Betten), eine Klinik für Geriatrische Rehabilitation (40 Betten) sowie in einer Tochterfirma, der Diakonie Sozialstation Offenburg/Ortenau gGmbH, einen ambulanten Pflegedienst mit einer Tagespflege (15 Plätze). Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ wird sowohl in der Behindertenhilfe als auch in der Altenhilfe sozialpolitisch noch konsequenter verfolgt werden.
Vor diesem Hintergrund hat das Paul-Gerhardt-Werk in Offenburg 2016 mit der Diakonie Kork in Kehl Kontakt aufgenommen, um die Herausforderungen in beiden Arbeitsfeldern gemeinsam anzugehen. Bereits seit 2009 nehmen die beiden Träger an ihren Fachschulen diese Verzahnung wahr und bilden in einem Modellprojekt in der Doppelqualifikation „Heilerziehungspfleger-in / Altenpfleger/-in“ aus.
Nach eingehender Beratung und Prüfung haben sich die Verwaltungsräte beider Einrichtungen auf eine Zusammenarbeit verständigt. Aktuell befassen sich die Mitgliederversammlungen beider Institutionen mit erforderlichen Satzungsänderungen und Veränderungen der Vereinsstruktur. Vorbehaltlich der erforderlichen Entscheidungen in den jeweiligen Gremien ist für Juli 2017 die Umwandlung des Paul-Gerhardt-Werks in eine gemeinnützige GmbH geplant. Gesellschafter sind nach diesem Vorhaben die Diakonie Kork (51 Prozent) und der Freundeskreis e.V. des Paul-Gerhardt-Werks (49 Prozent).
Intendiert ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Diese sehen Dr. Christoph Jopen, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Paul-Gerhardt-Werks und Frank Stefan, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Kork, durch personenidentische Vorstände und Aufsichtsorgane für beide Institutionen gewährleistet. Der unterschiedliche Gesellschafteranteil ist bedingt durch steuerrechtliche Vorgaben.
Eine Fusion wird es nicht geben. Ihr stehen vereins-, gemeinnützigkeits- und steuerrechtliche Gründe entgegen. Die Diakonie Kork bleibt wie bisher Körperschaft des öffentlichen Rechts, das Paul-Gerhardt-Werk würde künftig rechtlich getrennt als gemeinnützige GmbH geführt. Beide Unternehmen bleiben wie bisher Mitglied im Diakonischen Werk Baden mit allen Implikationen, wie zum Beispiel der Tarifbindung an das in den Häusern jeweils geltende kirchliche Arbeitsrecht. Bestehende Arbeitsverträge, Heimverträge, usw. gelten unverändert weiter.
Auswirkungen auf die Mitarbeiterschaft sehen die Verantwortlichen nur in geringem Umfang, da die Zahl der Mitarbeitenden, die direkt am Menschen arbeiten, ohnehin durch Personalschlüssel vorgegeben sind. Relevante Veränderungen für einzelne Personen wird es am ehesten in der Organisation der Einrichtungen geben. Die Verantwortlichen hoffen, dass auf diese Weise die erhöhten Anforderungen infolge der sozialpolitischen Neuordnung in beiden Hilfebereichen ohne Neueinstellungen kompensiert werden können.

 

Projekte

Inklusion in Kork

Die Ortschaft Kork macht die Inklusion zum Thema.  

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

mitMenschPreis

Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

 © Diakonie Kork