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Diakonie Kork zieht Zwischenbilanz für gesteckte Ziele

01.08.2017

Bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins der Diakonie Kork stellte Vorstandsvorsitzender Frank Stefan in seinem Rechenschaftsbericht den Mitgliedern eine Zwischenbilanz zu den 2009 verabschiedeten Zielen für die Diakonie Kork vor.

Besonders erwähnte Stefan die erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit, sei es auf dem Gebiet der Behandlung von Patienten, sei es auf dem Gebiet des Schulbesuchs von Schülern aus dem Elsass. Seitens des Sozialministeriums gebe es ferner eine mündliche Zusage zur Etablierung einer grenzüberschreitenden Ausbildung und Anerkennung des Berufs „Heilerziehungspfleger/Moniteur Educateur“. Ein förmlicher Bescheid stehe aber noch aus.
Durch Vertiefung der Arbeit und weitere Spezialisierung konnte in den Kliniken der Status eines überregionalen Fachzentrums für Menschen mit Epilepsie weiterentwickelt werden. Die drei Kliniken nehmen heute bundesweit einen Spitzenplatz in der Diagnostik und Therapie von Epilepsien ein.
Mit dem Aktionsplan „UN-terwegs“ ist es in der Diakonie Kork gelungen, weitere Aspekte der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Trotz der Postulate im Bundesteilhabegesetz (BTHG) zeichne sich aber schon ab, dass Menschen mit Behinderung bei der Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Wohnangeboten Abstriche machen müssten, so Frank Stefan. Der Prozess der Gemeindeintegration von Wohnangeboten werde weiter fortgeschrieben. Die nächsten Projekte sind zwei Häuser mit je 24 Plätzen in Neuried. Längerfristig werden von den derzeit 355 Personen im stationären Wohnen nur noch 100 Personen auf dem Stammgelände in Kork leben. Ein großes Problem sei es, geeignete Baugrundstücke für die 24-er Wohnhäuser zu finden. Parallel zur sozialpolitisch geforderten „Auflösung der Komplexeinrichtung“, der Dezentralisierung sowie der Konsequenzen aus dem BTHG werden die ambulanten Dienste der Offenen Hilfen sowie partnerschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Trägern in der sozialen Arbeit mehr an Bedeutung gewinnen.
In ihrem Bericht über die Arbeit des Verwaltungsrates würdigte dessen Vorsitzende Erna Dörenbecher die Gründung der Gemeinschaftsschule unter dem Dach des Oberlin-Schulverbunds. Bemühungen um eine Kooperation mit der kommunalen Schule in Kork waren zuvor ohne Erfolg geblieben. Ferner habe sich der Verwaltungsrat intensiv mit dem „Masterplan“ für die Wohnangebote befasst. Dessen Festlegungen sind Grundlage der Zusammenarbeit mit der Heimaufsicht und dem Sozialdezernat des Ortenaukreises für die Umsetzung rechtlicher Vorgaben in den nächsten Jahren.
Robert Büchel, Kaufmännischer Vorstand der Diakonie Kork, legte der Mitgliederversammlung auch für 2016 ein ausgeglichenes wirtschaftliches Ergebnis vor. Es sei im vergangenen Jahr in mehreren Verhandlungen gelungen, eine bessere Vergütung für die erbrachten Leistungen zu erreichen. In den zurückliegenden Jahren war die Schere zwischen den Kosten für erbrachte Leistungen und Erfüllung von Auflagen sowie deren Refinanzierung immer weiter aufgegangen. Durch eine gesicherte Refinanzierung konnte nun die Zahl der Vollzeitstellen erhöht werden. Im Jahresmittel arbeiteten auf 844 Stellen knapp 1400 Personen. Büchel zollte ihnen in seinem Bericht Dank und Anerkennung für ihren Dienst – rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr. Die Bilanzsumme lag für 2016 bei rund 62 Millionen Euro. Die Mitgliederversammlung entlastete jeweils einstimmig den Verwaltungsrat und den Vorstand der Diakonie Kork für ihre Arbeit.

Die Verwaltungsratsvorsitzende Erna Dörenbecher überreichte ihrem langjährigen Kollegen im Verwaltungsrat Christian Albecker zum Zeichen des Dankes ein Insektenhotel aus der Produktion der Hanauerland Werkstätten.

Nach 20-jähriger Mitarbeit verabschiedete Dörenbecher Christian Albecker (Straßburg), Präsident der Union der protestantischen Kirchen des Elsass und Lothringens (UEPAL),   aus dem Verwaltungsrat. Sie dankte ihm für sein Engagement und für seine Impulse aus elsässischer Sicht. Albecker verband mit seinen Segenswünschen für die Diakonie Kork den Appell, immer wieder über die Grenze zu schauen. Dies sei eine Quelle der Bereicherung. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Claus Preiss (Kehl), Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bühl.
Ergänzt durch ihre persönlichen Erfahrungen an verschiedenen Einsatzstellen skizzierte Helga Veitel als Korker Schwester das vielfältige Wirken der Korker Schwesternschaft bis weit in die achtziger Jahre. Sie machte deutlich, wie viele verschiedene Funktionen die Schwestern wahrgenommen hätten. Mit ihrer Lebensweise, Dienstauffassung und Zuwendung zu den Patienten und Bewohnern haben die Schwestern den „Korker Geist“ geprägt. Eine besondere Rolle spielten die Korker Schwestern auch beim Aufbau der Epilepsiekliniken vor 50 Jahren. Mit ihrem Dienst waren sie gefragt und geschätzt. Veitel resümierte, dass die heutige Fachkompetenz in der Diakonie Kork wesentlich auf dem starken Fundament aufbaue, das die Korker Schwestern gelegt hätten.

 

Projekte

Mailand-San Remo
für Kinder mit Epilepsie

Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

mitMenschPreis

Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

 © Diakonie Kork