Inklusion durch gemeinsames künstlerisches Arbeiten

10.09.2018

Drei Tage lang haben Menschen mit und ohne Behinderungen bei einem Kunstsymposium der Hanauerland Werkstätten an ihren Kunstwerken und Projekten gearbeitet. Herausgekommen ist ein breites Spektrum künstlerischer Ausdruckskraft – so unterschiedlich wie die Teilnehmer selbst.

Zu dem von der Kunstwerkstatt in der letzten Ferienwoche veranstalteten Kunstsymposium waren ausdrücklich auch „Externe“ eingeladen gewesen. Ziel war es, Menschen mit und ohne Behinderungen über die Beschäftigung mit der Kunst zusammenzubringen. Angeboten wurden vier Gruppen – Malerei, Fotografie, Land-Art und Specksteinarbeiten – in denen die Teilnehmer unter künstlerischer Leitung von Kunsttherapeuten und externen Referenten frei arbeiten konnten.
Die Kunstwerkstatt der Hanauerland Werkstätten der Diakonie Kork stellt schon seit Jahren die Arbeiten der dort tätigen Künstler aus, die viel Beachtung finden. Dabei war schon mehrfach von außen der Wunsch nach einer Öffnung des Angebots an die Verantwortlichen herangetragen worden, berichtet Birgit Hildenbrand vom Sozialdienst der Heilpädagogischen Förderung. Zum ersten Kunstsymposium für Menschen mit und ohne Behinderungen, das vom 3. bis 5. September auf dem Gelände der Diakonie Kork stattfand, hatten sich etwa 35 Teilnehmer im Alter von 12 bis 82 Jahren angemeldet.
„Es ist total gut gelaufen“, sagt Kunsttherapeutin Eva Kleinmann-Benkeser. „Es herrschte eine völlig entspannte Atmosphäre und es entstand ganz schnell ein Miteinander.“ In der Kunst spielten Beeinträchtigungen keine Rolle – im Gegenteil: „Beim künstlerischen Arbeiten können Menschen mit Behinderungen ihre Fähigkeiten zeigen“, sagt sie. Schön war auch die Erfahrung, dass sich die externen Teilnehmer einiges von ihnen abguckten – und sei es nur den Mut, mit Farben und Materialien zu experimentieren. Auch das Wetter spielte mit. Die dreitägigen Kurse konnten durchgehend im Garten der Werkstatt stattfinden, wodurch auch großformatige Arbeiten möglich waren.
„Ich habe das absolut als Bereicherung empfunden“, sagt Elke Heizmann aus Zell am Harmersbach, die mit zwei Freundinnen an dem dreitägigen Kunstsymposium teilgenommen hat. „Ich war zum ersten Mal in so einer Einrichtung und finde es toll, wie offen hier miteinander umgegangen wird.“ Auch die dreiköpfige Familie Ell aus Stadelhofen, die sich zum Fotografiekurs angemeldet hatte, ist voll des Lobes: „Man hat gute Tipps bekommen, ich habe einiges gelernt“, sagt Harry Ell.
Manche der Teilnehmer kamen mit klaren Vorstellungen, andere ließen sich von den vorhandenen Materialien und den Eindrücken inspirieren. Manche nutzten gezielt die Anwesenheit der Kunsttherapeuten, um sich in neue Techniken einführen zu lassen. Herausgekommen ist eine Vielzahl künstlerischer Arbeiten, die am Abschlusstag im Garten gezeigt wurden. „Das Entstandene ist genauso vielfältig wie ihr alle“, sagte Kunsttherapeutin Eva Kleinmann-Benkeser abschließend zu den Teilnehmern. „Danke, dass ihr alle so offen wart. Das ist genau das, was bei der künstlerischen Arbeit Überwindung kostet.“
Teilnehmer und Organisatoren waren sich einig: Das Angebot eines inklusiven Kunstsymposiums soll im nächsten Jahr weitergeführt werden.

Kunstwerke
 

Projekte

Mailand-San Remo
für Kinder mit Epilepsie

Ein Patient der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche dankt mit einer Spendenaktion für die erfolgreiche Behandlung.

Beratungsstellen

Das Epilepsiezentrum Kork trägt die EpilepsieBeratungsstelle in Kork mit einer Außenstelle in Karlsruhe.

Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Artikulation erhalten umfassende Beratung über technische und nicht technische Hilfsmittel in der Beratungsstelle "Unterstützte Kommunikation".

Hier gibt es Wissenswertes zur Krankheit "Epilepsie".

Modellprojekt Epilepsie

Das "Modellprojekt Epilepsie" unterstützt die berufliche Integration junger Menschen mit Epilepsie und weiteren Beeinträchtigungen.

mitMenschPreis

Das Projekt "zueinander-miteinander-füreinander" wurde mit dem mitMenschPreis ausgezeichnet und im Film dokumentiert.

 
 

 © Diakonie Kork