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Bernd Mettenleiter und Ute Leidig besuchen die Diakonie Kork

Von Nina Saam

Der Abgeordnete für den Wahlkreis Kehl, Bernd Mettenleiter (Grüne) war zusammen mit Staatssekretärin Ute Leidig aus dem Sozialministerium zu Gast in der Diakonie Kork.

Rund zwei Stunden informierten sich der Landtagsabgeordnete der Grünen, Bernd Mettenleiter, und Staatssekretärin Ute Leidig im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Frank Stefan über das umfassende Angebot der Diakonie Kork – und zeigten sich beeindruckt: „Ich finde es toll, wie sie hier als ‚Vollsortimenter‘ unterwegs sind“, sagte Bernd Mettenleiter.

Als Berufsschullehrer interessierte ihn besonders die Ausbildung zur Heilerziehungspflege, die auch grenzüberschreitend mit zwei Abschlüssen angeboten wird. Die Diakonie Kork möchte auch in die Ausbildung von Pflegefachkräften einsteigen, kündigte Frank Stefan an. „Das ist eines der großen Zukunftsthemen“, sagte er.

Die Corona-Pandemie bestimmt derzeit das Leben und Arbeiten in der Diakonie Kork. Rund 90 Prozent der Klienten und etwa 70 Prozent der insgesamt 1600 Mitarbeitenden sind geimpft. Alle Geimpften müssen sich dreimal wöchentlich testen lassen, die Ungeimpften täglich. Die Booster-Impfungen für die Klienten sind abgeschlossen, derzeit krempelt das Personal für die dritte Spritze die Ärmel hoch.

Der Vorstandsvorsitzende hofft, dass sich angesichts der deutlich aggressiveren Delta-Variante auch die Impfskeptiker zum Pieks bewegen lassen. Derzeit sind zwei Wohngruppen in Quarantäne, da es positive Testungen gegeben hat: „Wir haben aber keine dramatischen Krankheitsbilder, weil alle geimpft sind“, so Stefan.

Betrieb läuft weiter

Im Gegensatz zur ersten Corona-Welle 2020, als die Hanauerland-Werkstätten geschlossen wurden, läuft im Beschäftigungsbereich der Betrieb regulär weiter – mit Tests, einer morgendlichen Messung der Körpertemperatur und den AHA-Regeln. Einschränkungen könnte es aber beim Betrieb der beiden Cafés geben, der Alten Landschreiberei in Kork und dem Willstätter Mühlencafé. 2 G+ und Maskenpflicht am Tisch, das schrecke viele Gäste ab, fürchtet Frank Stefan. Dazu kommt die maximal erlaubte Auslastung von 50 Prozent: „Das geht auf Kosten der Rentabilität.“

Die Vorgaben im sozialen Bereich haben sich im Sinne der Inklusion vielfach geändert. Eine davon ist, Menschen mit Behinderungen dezentral unterzubringen. „Wir haben 350 vollstationäre Wohnplätze, davon sind nur noch 100 auf dem Stammgelände“, erläuterte Frank Stefan dem Besuch. In den letzten Jahren wurden in einigen der umliegenden Gemeinden Wohnhäuser gebaut, so in Kehl, Willstätt, Ichenheim und Goldscheuer, wo die Menschen in Wohngruppen zusammenleben und idealerweise von Mitarbeitenden betreut werden, die aus der jeweiligen Gemeinde stammen und in den örtlichen Vereinen gut vernetzt sind. Das erleichtere die Inklusion, so Stefan.

Auch bei der Beschäftigung wird „ausgelagert“: 20 Prozent sind Außenarbeitsplätze, das bedeutet, die Menschen mit Behinderungen arbeiten nicht in diakonieeigenen Einrichtungen, sondern in Betrieben der freien Wirtschaft. „Das ist für die Menschen emotional sehr wichtig“, sagte Stefan. Schließlich spiele in unserem Kulturkreis die Frage, wo jemand arbeitet, eine große Rolle.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Epilepsieberatungsstelle der Diakonie Kork, die einzige in Baden-Württemberg. Hier finden Betroffene und Angehörige, aber auch Mitarbeiter von Kindergärten, Schulen, sozialen Einrichtungen und Arbeitgeber Rat und Hilfe. Bernd Mettenleiter versprach, sich in Stuttgart für den Erhalt dieser wichtigen Institution einzusetzen und Unterstützung zu generieren.