Ein ungewöhnliches und zugleich emotionales Bild bot sich am vergangenen Samstag vor der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche der Diakonie Kork: 30 Motorräder fuhren auf das Klinikgelände und reihten sich dort für den Abschluss einer besonderen Benefizfahrt auf. Die Fahrerinnen und Fahrer waren gemeinsam von Freiburg nach Kork unterwegs gewesen – mit einem klaren Ziel: Gutes tun.

Für die Benefizfahrt waren Motorradbegeisterte aus ganz Baden-Württemberg (bis zur Bodenseeregion) und der südlichen Weinstraße in Rheinland-Pfalz angereist. Am Ende der Tour konnten sie der Kinderklinik einen Spendenscheck über 2.100 Euro überreichen. Die Benefizfahrt wurde von Heiko Diesslin organisiert, dessen Sohn als Säugling in der Epilepsieklinik erfolgreich behandelt wurde.

„Diese Benefizfahrt ist für mich eine echte Herzensangelegenheit“, sagt Diesslin. Direkt nach der Geburt seines Sohnes hatten schwere epileptische Anfälle das Leben der Familie auf den Kopf gestellt. Zwei Monate habe das Kind im Krankenhaus gelegen, zeitweise sogar im künstlichen Koma. Trotz intensiver Behandlung konnte zunächst niemand die Ursache der Erkrankung finden. Erst im Epilepsiezentrum Kork kam die entscheidende Wende. Bereits beim ersten Gespräch hatte der behandelnde Arzt den richtigen Verdacht, der sich später bestätigte und den Weg für die passende Therapie ebnete. „Heute ist unser Sohn ein glückliches, lebensfrohes und medikamentenfreies Kind. Ohne die Hilfe und das Fachwissen in Kork wäre sein Weg wahrscheinlich ganz anders verlaufen.“

Aus dieser tiefen Dankbarkeit entstand der Wunsch, etwas zurückzugeben. Daraus entwickelte sich die Idee einer Benefizfahrt zugunsten der Epilepsieklinik. Heidebei alias Heiko Diesslin setzte diese Idee mit Unterstützung der Schwarzwaldjäger und Duke Bodensee (Gemeinschaft aus Motorradfahrern aus dem Südwesten und der Bodenseeregion) unter dem Motto „Gemeinsam fahren. Gemeinsam helfen. in die Tat um. Die Benefizfahrt zum Epilepsiezentrum Kork war die erste gemeinsame Aktion und soll den Auftakt für eine langfristige Hilfsinitiative für das Epilepsiezentrum bilden. Auch die weiteren Fahrerinnen und Fahrer schlossen sich der Tour aus einem einfachen, aber wichtigen Grund an: Sie wollten „etwas Gutes tun“.

Die erste Benefizfahrt hat gezeigt, dass Motorradfahren weit mehr sein kann als nur ein Hobby. Sie steht für Gemeinschaft, Zusammenhalt und gelebte Solidarität. Gemeinsam wurde nicht nur gefahren, sondern auch geholfen – zugunsten von Kindern und ihren Familien.