Wie können Digitalisierung und künstliche Intelligenz die soziale Arbeit sinnvoll unterstützen? Mit dieser Fragestellung besuchte Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland, am vergangenen Dienstag die Diakonie Kork. Der Besuch war Teil seiner dreitägigen Sommerreise durch Baden und Württemberg, die ihn zu verschiedenen diakonischen Einrichtungen führte. Im Mittelpunkt standen der Austausch über zukunftsweisende Projekte sowie die Frage, wie digitale Technologien dazu beitragen können, soziale Angebote nachhaltig weiterzuentwickeln und eine verlässliche soziale Infrastruktur zu sichern.

In der Diakonie Kork informierte sich Schuch gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Diakonie Baden über innovative Digitalisierungsprojekte, die bereits heute konkrete Mehrwerte für Mitarbeitende und die Menschen schaffen, die die Angebote der Einrichtung nutzen. „Digitalisierung verstehen wir nicht als Selbstzweck. Entscheidend ist für uns, dass technische Entwicklungen den Menschen dienen und die Qualität unserer Arbeit verbessern. Wenn digitale Lösungen Mitarbeitende entlasten, Teilhabe ermöglichen und neue Formen der Unterstützung schaffen, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer diakonischen Arbeit“, betonte Frank Stefan, Vorstand der Diakonie Kork.

Vorgestellt wurde zunächst das Innovationsprojekt Innoclusion, das bis Ende 2025 von der Europäischen Union gefördert wurde. Ziel des Projekts war der Aufbau von vier sogenannten Living Labs in Deutschland und Kroatien. Gemeinsam wurden aktuelle Herausforderungen der Behinderten- und Altenhilfe analysiert und innovative technische Lösungen erprobt, um soziale Dienstleistungen zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Aus den Erfahrungen des Projekts entstand das Anselm Lab in der Diakonie Kork. Das Lab möchte neue Konzepte für die Sozialwirtschaft entwickeln. Im Rahmen des Quartiersprojekts Hanauerland befasst sich das Team unter anderem mit den Themen Einsamkeit, Altersarmut und digitaler Teilhabe. Gleichzeitig werden gemeinsam mit verschiedenen Partnern Lösungen für die Auswirkungen der geplanten Pflegereform entwickelt, um auch künftig eine verlässliche Versorgung der Menschen in der Region sicherzustellen. Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs war die Vorstellung von KorKI, dem neuen DSGVO-konformen KI-Chatbot der Diakonie Kork. Das eigens entwickelte System befindet sich derzeit in einer Testphase und wird von Mitarbeitenden verschiedener Bereiche erprobt. Ziel ist es, interne Informationen und Dokumente intelligent verfügbar zu machen, damit Mitarbeitende benötigte Informationen künftig schneller und einfacher finden.

Im gemeinsamen Austausch wurde deutlich, dass Digitalisierung in der Sozialwirtschaft weit mehr bedeutet als die Einführung neuer Technologien. Entscheidend sei, digitale Lösungen so einzusetzen, dass sie Mitarbeitende entlasten, Prozesse vereinfachen und mehr Zeit für die Begleitung und Unterstützung von Menschen schaffen.